Die Akustik
Die Akustik des Konzertbaus stand von Anfang an im Mittelpunkt aller Planungen. Dafür engagierte sich bereits 1927 Professor Dr. Ing. Eugen Michel, Mitglied der Jury des Architektenwettbewerbs und Ordinarius des damals noch recht jungen Lehrgebiets der Raumakustik an der Technischen Hochschule Hannover. Er setzte einschneidende Änderungen am ersten Entwurf durch und verantwortete so die weithin bewunderte Akustik der Rudolf-Oetker-Halle, die ihr Weltruf einbrachte. Raumformen, Baumaterialien, Einrichtung und nicht zuletzt Beheizung, Belüftung und Beleuchtung wurden auf die bestmögliche „Hörsamkeit“ abgestimmt. Dazu gehören die ansteigende Erhöhung der versetzten Stuhlreihen ebenso wie die schallschluckende Rückwand des Großen Saales. So dienen beispielsweise die acht großen Deckenleuchten nicht nur als optische Glanzlichter, sondern sind zugleich auch zur optimalen Schallzerstreuung notwendig.
Die Hölzer an den Wänden, die weitgehend aus hochwertigem Rio-Palisanderholz bestehen, wie auch die unter dem Parkett in Längsrichtung ausgelegten Bohlen machen die Rudolf-Oetker-Halle so selbst zu einem hochsensiblen Klangkörper, den Konzertsaal zum klingenden Instrument.
Zwei Entwürfe zur akustischen Untersuchung des Großen Saales von Prof. Dr. Ing. Eugen Michel. Ergebnis: Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung und Befragung gehört die Rudolf-Oetker-Halle (1955) zu den 10 besten Tonhallen der Welt.
Die Rudolf-Oetker-Halle gilt als akustisches Meisterwerk. Ob Wilhelm Furtwängler oder Anne-Sophie Mutter – viele große Künstler sind der unvergleichlichen Faszination dieses Klangerlebnisses erlegen und immer wieder gerne nach Bielefeld zurückgekehrt.
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