Die Säle
Eine echte Schönheit mit Stil und Geschmack: Mit seinen geschwungenen Kronleuchtern, dem Steinway-Flügel und dem großen Gobelin an der Stirnseite gibt sich der Kleine Saal der Rudolf-Oetker-Halle deutlich verspielter als sein großer Bruder. Einen würdevollen Kammermusiksaal hatten sich hier einst die bürgerlichen Bauherren gewünscht und dabei zugleich ein wenig mit der barocken Pracht vergangener Fürstenherrlichkeit kokettiert. Dies alles gibt dem Kleinen Saal bis heute seine ganz besondere Note. Einfach ein stilvoller Rahmen für kleine Ensembles und große Solisten, für anspruchsvolle Lesungen und anregende Vorträge. Und natürlich immer auch der richtige Rahmen für festliche Events und beeindruckende Begegnungen, für große und kleine Feste und Empfänge, für Tagungen und Kongresse.
Als großer Konzertsaal und kleinerer Kammermusiksaal einst geplant, bieten beide Säle heute je nach Bedarf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Das Herzstück der Rudolf-Oetker-Halle ist der Große Saal. Hierhin führen alle Wege, hier in dem hohen Raum erfüllt sich das Versprechen, das die imponierenden Bögen des Portals dem Besucher mit auf seinen Weg gegeben haben. Aus der funktionalen Strenge der Treppenhäuser und Gänge gelangt man hier ins Innerste des Musentempels.
Die edlen, dunklen Hölzer, die den Ehrfurcht gebietenden Saal großzügig auskleiden, vermitteln – nicht ohne Grund – den Eindruck, dass der Besucher sich im Inneren des Klangkörpers eines edlen Instruments aufhält. Trägt doch das Schwingen dieser Hölzer entscheidend zu der weithin einzigartigen Akustik des Großen Saales bei, an dessen Stirnseite sich überdies eine große, dreimanualige Sauer-Orgel befindet. Das blieb auch auf einen Grenzgänger wie den Komödianten Helge Schneider nicht ohne Eindruck. „Diese Halle“, so vertraute er in der ihm eigenen Art dem Publikum bei einem seiner Auftritte in der Rudolf-Oetker-Halle an, „ist aus einem Stück Holz geschnitzt!“ Nicht nur Künstler, auch Fachleute begeistert der Große Saal der Rudolf-Oetker-Halle immer wieder aufs Neue. „Der Musiksaal liegt im Herzen des Gebäudes“, notierte der Architekt Frank Otterbach, „wie eine Cella im Tempel, ein Ort der Einkehr und der Verehrung.“
Hinauf zu den Sälen, hinauf zu den schönen Künsten. Raffiniert schürt die eindrucksvolle Architektur der Rudolf-Oetker-Halle die Spannung der Besucher, geleitet sie heraus aus dem Alltag, hinein in einen Musentempel – und lässt sie über die großen, symmetrischen Treppen erwartungsfroh gestimmt einem anregenden Abend im Kleinen oder im Großen Saal entgegenstreben.
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